Heuchelei und Kampf gegen elitäre Zirkel
15.5.2013 21:41
Sehr lesenswerter Artikel in der ZEIT darüber, dass sich deutsche Politikwissenschaftler gegen Rankings sperren.
Nun kann man von Rankings eine sehr schlechte Meinung haben (ich halte auch nicht viel davon), aber sich so sehr gegen Rankings zu sperren, zeigt doch sehr deutlich, dass die Politikwissenschaft (wie auch Philosophie, Soziologie usw.) in Deutschland ein ziemlicher Schrott sind, und die natürlich massiv das Tageslicht scheuen.
Lichtscheues Gesindel!
Das Blog erscheint zwar fragwürdig und politisch sehr weit außen, aber dieser Artikel über die Rüstungsforschung am KIT (vulgo: Uni Karlsruhe) erscheint doch lesenswert, zumal wir das Thema Rüstungsforschung an der Uni Karlsruhe ja schon öfters hatten.
Immerhin wird mir bei derartigen Geschäften jetzt klar, warum die da grundsätzlich keine seriösen Wissenschaftler als Professoren reinlassen.
Und es zeigt wieder einmal sehr schön, was für Wendehälse, Heuchler und Opportunisten die Grünen sind, die sich in der Opposition über etwas aufregen und es dann an der Regierung selbst machen. Hatten wir ja auch schon öfters.
(Danke für den Link!)
Wegen Datenfälschung wurde in Edinburgh ein Wissenschaftler zu Gefängnis verurteilt. Zitat:
Amtsrichter Michael O’Grady bedauerte es, dass die momentane Gesetzgebung nur ein solch geringes Haftstrafmaß ermöglicht und sieht die Tat mit der dreimonatigen Gefängnisstrafe nur unvollständig geahndet.
Ein ähnlicher Fall, wie wir ihn auch an den Berliner Universitäten hatten: Die Uni Zürich wird von der UBS mit 100 Millionen Franken finanziert, wollte aber geheimhalten, worum es da geht. Nun müssen sie es offenlegen.
Immer wieder melden sich bei mir Leute, denen von Prüfern oder der Prüfungsbehörde – verblüffenderweise sogar von Jura-Professoren und manchmal sogar Staatsrechtlern – verboten wird, die Prüfungsakte einzusehen oder Fotokopien zu fertigen. Was übrigens schon in der Prüfungsrechtsprechung zugunsten der Prüflinge entschieden ist, weil sie das zur Wahrnehmung des Rechtsweges aus Art. 19 IV GG brauchen. (Man sollte sich bei solchen Jura-Professoren durchaus fragen, ob die für ihren Job überhaupt befähigt sein können, wenn sie schon daran scheitern.)
Dazu übrigens auch ein Beschluss des VG Freiburg vom 20.11.2009, 4 K 2096/09.
Wobei das Schema ja bekannt ist, dass Diplomarbeiten heimlich als Dissertationen abgekupfert werden.
Mir selbst ist das mit meiner Diplomarbeit so gegangen. Ich hatte einen Parallelrechner aus 13 Tansputern gebaut. Kaum war der fertig und lief, wurde mein Name auf der Platine überpappt und das Ding in einer Promotionsprüfung als Verteidigung der Disseration vorgeführt.
Ich weiß von vielen Professoren, dass die das nach dem Schneeballsystem für normal hielten, dass jede Ebene von den Leuten der Ebene darunter abschreiben darf.
Vor Jahren bat mich mal ein ehemaliger Student der Uni Heidelberg, ihm in einem Beschwerdeverfahren Beistand zu leisten, weil man dort seine Diplomarbeit nicht nur heimlich und ohne Zitat für eine Dissertation verwurstet hatte, sondern sogar noch die Frechheit besaß, ein Patent auf den Namen des Doktoranden zu beantragen. Man vertrat die Meinung, dass Diplomarbeiten doch nicht zitierwürdig und -fähig seien, und dass man sie abschreiben dürfe, weil sie unterhalb dessen wären, wo Wissenschaft anfängt (trotzdem sollten sie zur Promotion reichen…). Und die Sache sei doch bereits damit genug geklärt und aus der Welt geschafft worden, dass man den Patentantrag zurückgezogen habe. An der Promotion sei nichts zu rütteln.
Tja, so läufts.
Was muss ein Professor können? Wozu dient eine Professur?
Ein Fachgebiet beherrschen auf dem er forschen soll? Die Forschung der Fakultät in einem Bereich verstärken? Dem Steuerzahler einen Gegenwert verschaffen? Eine Aufgabe erfüllen?
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In ZDF Frontal 21 kommt gerade ein sehr interessanter Beitrag darüber, wie die Finanznot an den Universitäten sie zwingt, sich gegenüber der Industrie zu Drittmittelhuren zu machen. Müsste demnächst in der Mediathek auftauchen.
Ha! Ich hatte es hier ja schon öfters von den dubiosen Programmpauschalen der DFG, die angeblich nur als Begleit- und Verwaltungskosten gedacht und dann doch gänzlich anders verwendet werden. Und die DFG interessiert es nicht einmal.
Angeblich fliegen da gerade mal eben 6 Millionen Euro „Programmpauschale” auf dubiosen Wegen durch ein Exzellenzcluster. Einfach mal so nebenbei und zusätzlich, ohne Abrechnung und in dunkle Kanäle. Weil ja Programmpauschalen nicht abgerechnet werden. So ne Art Zuckerle, das die Wölfe unter sich aufteilen dürfen, das dann sicherlich am Ende in den falschen Taschen landet. Und wieder mal dieselbe Masche, auf die ich schon vor Jahren gestoßen bin: Alles wird in einen großen Pool eingezahlt, aus dem dann das Geld in die verschiedenen Richtungen abfliest, und keiner weiß am Ende, was jetzt welches Geld war.
Und angeblich wäre es ganz einfach, das aufzuklären: Man müsste dem Geld nur folgen. Will man aber nicht. Denn die DFG ist ja hier nicht die Betrogene, auch wenn es aus mancher Perspektive so aussieht, sondern die Geldwäscherin, die diese Programmpauschale ja genau zu diesem Zweck erfunden hat. Und das Thema DFG und Geldwäsche hatten wir hier ja auch schon öfters.
Vielleicht sollte man das in Schmiergeldpauschale umbenennen. Mal sehen, was sich da noch anfindet.
Und wieder mal die Erkenntnis, dass ich doch Professor hätte werden sollen. Wenn da einfach mal so 6 Millionen vom Laster fallen und keinen stört’s, keiner will’s wissen, ist das besser als jeder Bankraub.
Auch aus Mannheim ist ein interessanter Fall von Wissenschaftsschwindel bekannt (Danke für die Links!).
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Schon ein bisschen älter: Artikel in der ZEIT über die Würzburger Doktorfabrik.
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