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Die Dissertation der Kanzlerin (Update)

Hadmut Danisch
15.8.2010 23:55

Ist an der Doktorarbeit von Angela Merkel etwas faul ? (Update: Nee, scheint nichts faul zu sein.)

Mmmh. Da schrieb mich im Zusammenhang mit der Kritik an der Dissertion Kristina Schröders jemand an und fragte, was ich von der Promotion Angela Merkels hielte.

Ich antwortete, daß ich dazu noch keine Meinung und mich damit noch nicht beschäftigt habe.

Ein erster Blick auf Wikipedia und einen Spiegel-Artikel bringt auch keinen Ansatz – außer daß die Dissertation verschollen ist. Weg im Sinne von nicht mehr da. Das ist komisch. Aber sagt erst mal nichts über die Dissertation.

Der Titel sei „Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden” gewesen. Nach meiner Erfahrung sind Dissertation umso unwichtiger und belangloser, je länger ihr Titel ist, weil ein langer Titel zeigt, daß sich jemand ein sehr kleines Detail heraussuchen mußte um was zu machen. Sagt aber nur, daß es wohl keine herausragende Arbeit war (sonst wäre der Titel ja bekannt oder dafür gekürzt worden).

Eine Physikerin promoviert in Chemie. Kommt mir immer komisch vor, wenn jemand in einem anderen Fach promoviert als seinem eigenen, das heißt normalerweise, daß man im eigenen Fach nichts geworden ist. Das ist hier aber nicht ohne weiteres anwendbar, weil Chemie im Bereich der Vorgänge im Atom sich nun einmal mit Physik überschneidet. Und Quanteneffekte gehören auch in die Physik. Physikerin in Chemie sieht zwar blöd aus, sagt aber auch nichts angreifbares.

Ich war mal vier Jahre in Dresden. Und habe mich mehrfach gewundert, was für geistig auffällig extreme Tiefflieger dort mit Doktor rumfliegen. Als ich es mal (als Wessi) bei meinen Ossi-Kollegen angesprochen habe, haben die mir erklärt, wie das zustandekommt. Eine Menge SED-Kader und andere stramme Sozialisten (es gab, so haben mir die Ossis erklärt, drei Sorten von DDR-Bürgern: Die überzeugten Sozialisten und Parteiaktiven, die haben Karriere gemacht. Die überwiegende Menge der vorgeblichen Sozialisten, die das halt stillschweigend mitgemacht haben, um leben zu können. Man hat sie leben lassen, aber Karriere haben die nicht gemacht. Und es gab die, die da nicht mitgemacht haben, und denen hat man das Leben schwer gemacht.) haben in der DDR in den Militär-Akademien usw. die Doktor-Grade auf Parteigeheiß ohne wissenschaftliche Befähigung umgehängt bekommen, so wie die mit Orden um sich geworfen haben. Und in den Wirren der Wende gab es wohl extremen Titelhandel und jede Menge faule Mauscheleien. Da wurde eben alles gehandelt, Kalaschnikows und Doktorgrade. Andererseits war es aber auch so, daß es in der DDR und bei den Russen eben sehr gute Naturwissenschaftler und Mathematiker gab, das ist ja bekannt. Schwierig.

Der SPIEGEL will in besagtem Artikel herausgefunden haben, daß Merkel in ihrem Fach der Physik mit sehr gut benotet worden sei, während sie im DDR-Promotions-Pflichtfach Marxismus-Leninismus nur ein „genügend” bekommen hätte. Sieht ja nun überhaupt nicht nach ordensbehängtem SED-Kader oder sowas aus. Hört sich ziemlich west-kompatibel an.

Also antwortete ich dem Leser, der mich angeschrieben hat, daß mir da jetzt – außer der Tatsache, daß die Dissertation verschwunden ist, was schon seltsam ist – erst mal nichts verdächtiges auffallen würde. Und eine fehlende Dissertation ist halt auch schwer auf Fehler zu prüfen.

Der Leser ließ aber nicht locker. Will mich überzeugen, daß da was faul ist:

  1. Die Bewertungsnoten, die der SPIEGEL nennt, beruhten nicht auf Akteneinsicht, sondern seien von der Akademie übermittelt, seien nicht glaubwürdig.
  2. Unglaubwürdig seien sie vor allem deshalb, weil die schlechte Note in Marxismus-Leninismus so überbetont worden sei. Das sei nicht plausibel. Merkel habe als Pfarrerstochter ohnehin einen sehr schweren Stand in der DDR und kaum Karrierechancen haben müssen. Mit schlechten Leistungen in Marxismus-Leninismus hätte sie angeblich kaum Chancen gehabt, überhaupt bis zur Promotion zu kommen.

    Seltsam ist nun, daß laut Wikipedia Merkel an der Akademie Kultursekretärin gewesen sein will, während sie laut anderen Aussagen für Agitation und Propaganda zuständig gewesen sein soll. Das ist in beiden Hinsichten fragwürdig. Einerseits ist bekannt, daß DDR-Funktionäre nach der Wende in einigen Fällen Leute fälschlich als Mittäter diffamiert haben. Andererseits hören sich Merkels Gedächtnisprobleme auch nicht glaubwürdig an.

  3. Ihr Ideologie-Professor Rittershaus könne sich – laut Spiegel – nicht mehr an Merkel erinnern.
    Daß sich ein Professor nicht mehr an jeden Studenten erinnern kann, der in seiner Vorlesung saß, ist klar. Andererseits können sich Professoren in der Regel an ihre Doktoranden erinnern. Aber was ist, wenn es nur um Nebenfächer geht? Da halte ich das schon für plausibel, daß der Professor sich nicht mehr an alle Prüflinge erinnern kann.

    Merkel hat 1986 promoviert. Schon 1990 trat sie der CDU bei, wurde 1990 Abgeordnete und schon 1991 Ministerin für Frauen und Jugend (siehe Wikipedia). Das ist dann schon komisch. Denn wenn man einen ehemaligen Prüfling dann nach 3 oder 4 Jahren (und nicht erst nach 24 wie bei der SPIEGEL-Anfrage) im Fernsehen sieht, dann denkt man sich doch, hoppla, ich habe eine geprüft, die im Westen gleich Bundesministerin wurde. Das ist so auffällig, das muß man sich merken. Der Professor will sich aber nicht erinnern können. Das ist nicht plausibel.

  4. Es sei doch merkwürdig, so der Leser, daß der SPIEGEL zwar Einzelprüfungsnoten wie die der Dissertation und des Nebenfachs Marxismus-Leninismus erfährt und mitteilt, aber nicht die der mündlichen Prüfung und der Gesamtnote. Obwohl doch die Gesamtnote am wichtigsten ist und am ehesten in Unterlagen zu finden wäre.
  5. Der Leser behauptet, daß Merkels Dissertation fast denselben Titel hätte. Laut Wikipedia ist der Titel ihrer Diplomarbeit von 1978 „Der Einfluß der räumlichen Korrelation auf die Reaktionsgeschwindigkeit bei bimolekularen Elementarreaktionen in dichten Medien”.

    Jetzt habe ich zuwenig Ahnung von Chemie, um das beurteilten zu können. Aber ähnlich ist das schon, thematisch verwandt. Das wirft dann doch Fragen auf, warum jemand 8 Jahre später eine Dissertation einreicht, deren Titel doch sehr ähnlich ist. Und worin da der höhere Schwierigkeitsgrad lag? Normalerweise bewegt man sich doch fachlich weiter. Aber wenn Merkel – wie sie selbst sagt – zwischendrin Kultursekretärin war – was hat das dann noch mit Physik oder Chemie zu tun?

    Also stimmig hört sich das nicht an.

Einen richtig guten Ansatzpunkt liefert das alles nicht. Aber stimmig und überzeugend liest sich das auch nicht. Gerade die Seltsamkeit, daß sie angeblich für Agitation und Propaganda zuständig gewesen sein soll, als Pfarrerstochter doch Karriere machen konnte, und dann 8 Jahre nach ihrer Diplomarbeit eine Dissertation mit zumindest ähnlichem Thema einreicht, die dann verschwunden und nirgends mehr auffindbar ist, und auch ein Prüfer sich nicht an sie erinnern kann, sieht doch sehr, sehr komisch aus.

Am meisten wundert mich daran das Verhalten Merkels selbst. Ich würde ja vermuten, daß sie selbst ein Exemplar ihrer Dissertation hat. Ich weiß nicht, welche Druck- und Veröffentlichungspraktiken die in der DDR hatten. Ende der Achtziger waren dort die Robotron-Rechner noch sehr knapp und fast alles auf mechanische Schreibmaschinen angewiesen. Ob die ihrer Dissertationen wirklich drucken und publizieren lassen konnten und mußten, weiß ich nicht. Aber das war immerhin die Akademie der Wissenschaften, und die DDR war ja auch daran interessiert, den technologischen Wettstreit gegen den Westen zumindest vorgeblich zu gewinnen. Also würden die schon dafür sorgen, daß – echte – wissenschaftliche Ergebnisse auch dokumentiert und genutzt werden können, gerade zu solchen Themen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es da bei einem einzelnen Exemplar geblieben sein soll. Ich würde also vermuten, daß Merkel selbst ein Exemplar gehabt haben muß. Und sowas hebt man doch auf. Wäre es da nicht naheliegend gewesen, dem SPIEGEL eine Kopie zu machen, statt sich so in einem Artikel angreifen zu lassen?

Weil da zwar nun irgendwo mein Interesse geweckt ist, ich zumindest auf Anhieb aber keinen richtigen Ansatzpunkt finde, mal die Frage an die Leser:

Wie wurden Dissertationen in der DDR um 1989, insbesondere an der Akademie der Wissenschaften, publiziert? Wieviele Exemplare wurden angefertigt? Ist das glaubwürdig, daß die alle verschollen sein könnten und nicht mal Merkel selbst noch eines hat?

Update: Ich kriege gerade haufenweise Mails und Kommentare, daß Merkels Dissertation doch in jeder Menge Bibliotheken in rauhen Mengen herumsteht und nur die Abschlußarbeit in Marxismus-Leninismus verschollen sei (was ja nichts sagt, weil Abschlußarbeiten generell nicht lange archiviert oder publiziert werden).

Da habe ich mir wohl gerade selbst ein Bein gestellt. Als ich (s.o.) mit meinen Dresdner Ossi-Kollegen über DDR-Promotionen gesprochen hatte, sagten die mir, daß viele der DDR-Dissertationen dort nicht nachprüfbar seien und nicht außerhalb der jeweiligen Akademie publiziert wurden, weshalb ich da generell nur von klein(st)en Auflagen ausgegangen bin. Die DDR war ja nun nicht gerade als Staat bekannt, der dem Bürger alles und jedes Wissen so zugänglich gemacht hat, die hatten ja ständig Angst vor Spionage usw. Deshalb bin ich davon ausgegangen, daß in der DDR technisch-innovative Dissertationen ebenso wie politisch erzeugte gar nicht erst einem großen Publikum zugänglich gemacht wurden. Wir wollten damals nämlich mal spaßhalber einige dieser Dissertationen nachprüfen und sind daran gescheitert, daß da überhaupt nichts mehr zu finden war. Vor diesem Hintergrund bin ich davon ausgegangen, daß es durchaus passiert, daß DDR-Dissertationen „weg” sind.

Ich habe – ehrlich gesagt – auch nicht damit gerechnet, daß man eine DDR-Dissertation in so hohen Stückzahlen produziert hat, daß man damit später auch den Westen mitversorgen kann.

Nachdem der SPIEGEL da auf Auskunft geklagt hatte ohne auf die Diss selbst einzugehen, mir der Leser (immerhin jemand aus dem Universitätsumfeld) mir das so geschrieben hatte und ich eigentlich erst einmal selbst der Meinung war, daß es keine negative Aussage ist, wenn in den Wende-Wirren etwas verschütt ging, hab ich nicht näher recherchiert. Weil ich es erst einmal nicht als (s.o.) Angriffspunkt angesehen habe.

Insofern sehe ich da bis auf weiteres auch keinen Ansatzpunkt für Kritik. Daß man in der DDR ML nehmen und schreiben mußte, ist offenkundig und dem einzelnen nicht anzulasten, egal ob mit guter oder schlechter Note.

Also – Thema abgeblasen.


24 Kommentare (RSS-Feed)

joe
16.8.2010 6:06
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Frau Dr. Merkels Diss. scheint es in Bibliotheken zu geben:
BVB-Nummer: BV019884249
Bestand im BVB:
* Bayerische Staatsbibliothek München (Sigel: 12)
2008.52488
entliehen bis 20.09.2010 (ges. Vormerkungen: 0)
* Universitätsbibliothek Regensburg (Sigel: 355)

Und wie sieht die Diss. von Herrn Dr. Kohl aus?


Markus
16.8.2010 7:41
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Hallo Hadmud,

Aus dem Spiegelartikel geht doch nur hervor, dass ihre Abschlussarbeit in Marxismus-Leninismus verschollen ist. Aber wen interessiert die schon. Die Dissertation selbst scheint sehr wohl verfügbar zu sein. Der Katalog der Akademiebibliothek der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften unter http://bibliothek.bbaw.de/ listet drei verfügbare Exemplare unter der Signatur Diss. 1816.
Die ZEIT hat die Dissertation im Jahr 2005 sogar einmal “besprochen” und versucht aus der Arbeit Rückschlüsse auf ihren Politikstil zu ziehen, siehe http://www.zeit.de/2005/29/B-Merkel. Im Jahr 2008 haben sie die Dissertation noch einmal inkl. Abbildung des Titelblatts erwähnt, siehe http://www.zeit.de/online/2008/29/bg-doktorarbeiten (bis Seite 6 vorblättern). Also auf, auf zur BBAW. Wir sind gespannt auf deine Rezension.

Schöne Grüße aus Berlin,

Markus.


Markus
16.8.2010 7:59
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Nachtrag:

Die ZEIT hat sich noch einmal 2010 mit der wissenschaftlichen Karriere Angela Merkels beschäftigt: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-02/berufwechsel-angela-merkel

Zitate:
“Einer ihrer Forscherkollegen beschrieb sie einmal als “das Vorbild einer illusionslosen Jungwissenschaftlerin”, die seit etlichen Jahren “vor sich hin” promoviere.”

“Tatsächlich war Merkel keine Physikerin aus Leidenschaft. Eigentlich wäre sie gern Lehrerin geworden.”

“Aber ihr akademischer Eifer blieb gebremst. Ihre damaligen Forscherkollegen sagten später, sie hätten bei Merkel nie das Potential zu einer Führungskraft feststellen können. Große Karrieresprünge im Institut waren für sie nicht möglich. Sie war eine “kleine Wissenschaftlerin ohne wirkliche Perspektive”, wie ihr Biograf Gerd Langguth schreibt.”

Das klingt für mich schon etwas nach “Überwintern” in einem möglichst politikfernen Wissenschaftsgebiet, Zitat:
“Ihre Biografin Evelyn Roll bezeichnet diese Phase als Merkels “Hamsterzeit”. Hier habe sie überwintert, mit der Hoffnung, dass das System, das sie ablehnte, eines Tages kollabieren würde. Merkel selbst sagt, sie habe sich für die Physik entschieden, weil der sozialistische Staat auf die Naturgesetze am wenigsten Einfluss nehmen konnte.”

Grüße aus Berlin,

Markus.


h_ttps://portal.d-nb.de/opac.htm?query=Angela+Merkel+Zerfallsreaktionen&method=simpleSearch
h_ttp://d-nb.info/860909832

Da ist sie

Es müßten schon zehn(?) Exemplare verschwinden.

Mal anfragen, ob sie auch physisch da ist.

Kohls war ja auch mal abwesend:
h_ttp://www.onlinezeitung24.de/article/2276

Carsten

h_ttp://farm2.static.flickr.com/1262/585756335_610a59f94c.jpg?v=0


Sceptic
16.8.2010 18:21
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Auch wenn es mit der Diss seine Richtigkeit hat: Der im Thema angeschnittene Widerspruch zwischen Merkels (wissentschaftlicher) Karriere im SED-Staat angeblich ohne Verstrickung in das System kam mir noch nie plausibel vor. Ich wundere micht seit Jahren, dass es dazu keine Enthüllungen gibt.


Matias
16.8.2010 22:19
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Auch wenn es schwierig ist, das nur auf Grund der beiden Titel zu beurteilen: die Diplomarbeit und die Dissertation dürften wohl doch relativ unterschiedliche Themen behandelt haben (aber sind selbstverständlich beide im Bereich Quantenchemie / theoretische Chemie angesiedelt). Grob gesagt ging es in der Diplomarbeit wohl um Reaktionen bei denen aus zwei Reaktanten ein Produkt entsteht während in der Dissertation aus einem Molekül deren zwei werden (durch Zerfall, kann aber auch nur ein Produkt sein).
Ich glaube ein Grund wieso Menschen die in der Öffentlichkeit stehen ihre Dissertationen lieber unter Verschluss halten liegt darin, dass man an jeder Diss (auch an wirklich guten) etwas aussetzen bzw. Fehler finden kann. Wenn sich plötzlich mehrere hundert Leute eine Diss anschauen (anstatt nur eine Handvoll, ausser den 3-4 Gutachtern liest die durchschnittliche Diss ja eh keiner) werden Mängel halt viel eher gefunden als nur von den drei Gutachtern alleine. Und dann heisst es dann eben plötzlich dass in der Diss von Herrn/Frau sowieso hat im Kapitel X ein riesiger Fehler drin steht und dann muss dieser Herr/Frau sich x Jahre nach Ende der Diss dafür rechtfertigen. Das würde ich mir auch ersparen wollen.


Hadmut Danisch
16.8.2010 23:29
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Das seh ich etwas anders.

Wenn in irgendeinem miefigen Landesministerium oder in irgendeinem Firmenbüro einer mit seinem Doktor rumhockt, dann sind Schaden und Schwindelpotential gering, weil es – außer vielleicht den Vorgesetzten – eigentlich niemanden interessiert.

Wenn aber Politiker damit Wahlkampf treiben, damit auf Wahlplakaten und Webseiten auftreten, damit öffentlich auf kompetent machen, dann ist die – möglicherweise, je nach Dissertation – beschwindelte Gruppe sehr, sehr viel größer und auch der Schaden viel größer. Minister und Kanzler können halt viel mehr Schaden anrichten als irgendein kleiner Schreibtischtäter.

Deshalb müssen sie auch stärker und breiter überprüft werden.


moni
17.8.2010 16:07
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Da stimme ich Herrn Danisch völlig zu. Personen von größter Öffentlichkeit müssen damit leben, dass ihr Handeln auch öffentlich geprüft und gewertet wird und dies in größerem Maß als es sonst der Fall wäre. Das ist mithin ein schlichtes, aber wichtiges Grundrecht der Kritik. Insofern solche Menschen nämlich ganze Gesellschaftsfunktionen bedienen und vielleicht über höchste Machtmittel verfügen, sind schon kleine Fehler diskussionspflichtig. Man kann keine Stümper in solche Ämter setzen.

Wie bei der Frau Schröder es eben bedrohlich ist, dass sie durchaus sozialdarwinistisch argumentiert (“Armut der Armen relativiert sich am Reichtum der Reichen”) und dann Bundes-Familienministerin ist. Sie will damit ganze Bevölkerungsgruppen, die in nicht selbstverschuldetem Elend leben legitimieren und im Grunde noch als Ergebnis positiver Sozialpolitik hinstellen (“wer sich beschwert verlangt nur zu viel!”) Sozialdarwinistisch ist das, weil “die Wohlhabenden” dann nur noch eine abstrakte (relativierende) Position haben in der Gesellschaft haben, und ansonsten wohl in nichts verantwortlich wären, m.E. die Frage von Elend und Armut auf bloße finanzielle Mittel reduziert wird, als gäbe es sonst nicht Leid und Schmerz, wenn man am sogenannten unteren Rand rumdümpelt, und als wäre dieser untere Rand nicht wesentlich für den Reichtum der “Wohlhabenden” (denn dieser untere Rand sichert die Existenz von Ausbeutungsverhältnissen, da man nur noch relative Wahlfreiheit hat, absolut aber nahezu alles annehmen muss, wenn man an diesem Rand einmal angekommen ist). Der Abbau des Solidarsystems des Sozialen folgt genau dieser Linie und Frau Schröder scheint das ganz toll zu finden, so lang noch genug relativiert werden kann. Und so jemand ist also für, ich weiß nicht, 15 Millionen Familien verantwortlich. An ihrer Arbeit wird ersichtlich, dass sie die Verantwortung ihres Amtes nur äußerst relativ schätzt und im Grunde, in meinen Augen, eine Entwürdigung dieses Amtes darstellt.

Es zeugt auch nicht gerade von Weitblick, so eine Position wie Sie zu vertreten, weil es dem “unteren Rand” praktisch einfach irgendwann genug sein wird, wenn sie Gesetze befolgen sollen, die ihnen nur zwischen die Beine treten und ansonsten nichts Positives bringen (sie kommen kaum noch in den sogenannten “Genuß” der Gesetze, wie das der Liberalismus des 19./20.Jh. formulierte und das gefährdet die gesamte Gesellschaft, wie selber Liberalismus erkannte: die Antwort auf dieses Problem waren u.a. die Sozialversicherungen, die der Frau Schröder nun nicht mehr wirklich am Herzen zu liegen scheinen, jedenfalls nur noch äußerst relativ).

Leider ist bei uns ja nach wie vor das Ethos eines Menschen nicht sehr entscheidend, schon gar nicht der einer Person öffentlichen Amtes. Was man nicht alles Fortschritt nennt! Wäre er das, wäre Frau Schröder mit Sicherheit bereits raus (ihre Verbindungen zu Rechtsextremen) und bei Frau Merkel dürfte es kaum viel besser aussehen. Die Dissertationen dieser Leute sind aber wenigstens noch eine Kleinigkeit, um Kritik möglich zu machen und deswegen sollte es verboten sein, dass man als öffentliche Person diese Arbeiten zurückhält und Kritik damit erschwert. (ist auch eine Frage des Ethos, aber auch eine politischer Transparenz). Wie die Sicherheitswahnsinnigen das so gerne sagen: “Wer nichts zu verbergen hat…”. Dieses Prinzip muss als erstes für hohe Amtsträger gelten. Es sollte gar so sein, dass diese Amtsträger selbst das Interesse daran haben, dass diese Arbeiten öffentlich verfügbar sind und einfach zugänglich, sowie das Kritik ernstgenommen wird (selbst wenn es vielleicht nur Kritik aus “Unverständnis” ist: gerade hohe Amtsträger müsse für jederman verständlich sein und sollten daran ein großes Interesse haben). Alles, was man davon abziehen muss kennzeichnet für mich schlechte Amtsträger und markiert jene, die potentiell unwürdig oder gar amtsentwürdgend sind. Hier könnte man mal über den Herrn Voßkuhle zu reden beginnen…


quarc
17.8.2010 16:22
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@Matias: es gibt absolut keinen vernünftigen Grund, eine Dissertation
unter Verschluss zu halten; die Veröffentlichung ist Bestandteil der
Promotion. Das gilt auch für Personen die in der Öffentlichkeit stehen,
denn diese halten ja ihren “Dr.” auch nicht unter Verschluss.
Letztlich ist es auch nicht im eigenen Interesse, denn die Spekulation
über eine nicht mehr auffindbare Dissertation ist allemal schädlicher
als irgendeine Fehlersuche interessierter Leser.


Matias
18.8.2010 9:10
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@quarc, moni und Hadmut: Ich glaube ihr habt mich z.T. falsch verstanden. Ich plädiere nicht dafür, dass Personen im öffentlichen Fokus ein Recht darauf haben ihre Diss unter Verschluss zu halten, ich wollte nur sagen, dass ich gut nachvollziehen kann, dass sie ihre Diss nicht direkt jedem unter die Nase halten. Es ist richtig, dass sich diese Leute eher einer öffentlichen Diskussionen stellen müssen als Herr/Frau Durchschnittsbürger aber mal ganz ehrlich, es gibt in Deutschland wohl gerade mal ein paar Dutzend Menschen, die die Diss von Frau Merkel vom wissenschaftlichen her realistisch einschätzen können. Es kann aber jeder (egal ob er eine Ausbildung in Chemie/Physik oder was komplett anderem hat) ihre Diss durch den Kakao ziehen obwohl er keine Ahnung hat was darin steht. Je nach dem in welchem Medium eine solche Kritik kommt, würden dann plötzlich viele denken ‘die Diss der Kanzlerin ist fehlerhaft’ obwohl derjenige, der die Kritik angebracht hat keine Ahnung hatte vom Promotionsthema (aber er wusste vielleicht, wie man welche Info clever in den Medien platziert…). Das würde ich an ihrer Stelle auch verhindern wollen, denn sie kann ja nicht auf jeden ‘Furz’ reagieren.
Die Frau Schröder ist mir zu wenig bekannt (bin Schweizer…), da kann ich nicht wirklich mitreden. Allgemein verstehe ich aber nicht, wieso die Leute das Gefühl haben, einer mit Dr. sei kompetenter. Aber das it wohl auch ein kultureller Unterschied, in der Schweiz wirbt so gut wie kein Politiker mit ‘Dr. Sowieso’ auf der Werbetafel, sonst würden alle nur denken ‘aha ein Dr., das ist doch sowieso nur ein Theoretiker der keine Ahnung hat von der Praxis’. Und auch wenn die mal gewählt sind nennt sich eigentlich keiner ‘Dr. Sowieso’ obwohl viele Parlamentarier den Titel haben. Aber in Deutschland (und Österreich!) scheinen akademische Titel gesellschaftlich wichtiger genommen zu werden.


Saskia Schwartz
19.8.2010 8:31
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Nachdem Frau Schröder in ihrer Doktorarbeit (unter ihrem CDU-nahen Doktorvater) „wissenschaftlichen Dünnpfiff“ abgesondert hat, ist man natürlich erst recht an der Dissertation der Kanzlerin interessiert.

Dies ist umso interessanter, als die Kanzlerin mit dem unverkennbaren Frageduktus in ihren Reden (nach jedem dritten Wort geht ihre Stimme wie bei einer Frage nach oben) ja von den Medien als analytisch denkende und kompetente „Physikerin“ angepriesen wird.

Da sowohl die Diplomarbeit als auch die ca. 8 Jahre später verfasste Dissertation vom Titel her eher nach einem Schüler-Referat in Chemie auf der gymnasialen Oberstufe klingen, möchte man natürlich wissen, was im Einzelnen dahinter steckt und welche wissenschaftlich fortschrittlichen Ergebnisse Merkels Dissertation enthält. Dies könnte auch Aufschluss darüber geben, wieso die Kanzlerin sich als Physikerin bezeichnet und bezeichnen lässt.

Es wäre auch interessant zu erfahren, wieso Merkel, geb. Kasner, geschiedene Merkel, wiederverheiratete Sauer, als Dr. Angela Merkel im Westen aufgetaucht ist. Frau Merkel war schon seit 1982 von Merkel geschieden, so dass sie zum Zeitpunkt ihrer Dissertation schon lange geschieden war. 1998 hat sie Herrn Dr. Sauer geheiratet, sich aber danach noch weiterhin Dr. Merkel genannt. Spannende Frage für die Boulevard-Presse: Liebt sie etwa Herrn Merkel immer noch?

Spaß beiseite: Seltsam ist auf jeden Fall, dass die Humboldt-Universität in Berlin nur ein Exemplar von Merkels Dissertation verfügbar hat, das ausschließlich im Lesesaal eingesehen werden darf.

In Bayern scheinen allerdings einige Exemplare herumzuliegen, die wohl ausgeliehen werden können. Also, auf nach Bayern!


Wer weiß was?
Musste man in der DDR auch die Erklärung abgeben, dass man die Arbeit selbständig angefertigt und nur die angegebenen Quellen verwendet hat?


grisu
19.8.2010 15:51
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Da bin ich aber mal gespannt was STASI IM “Erika” in ihrer Dissertation geschrieben hat.

Das wäre wirklich toll, wenn du die hier mal zerlegen könntest 😉


quarc
19.8.2010 15:51
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@Matias: ist schon o.k., ich hatte auch gar nicht angenommen, dass Du
derlei Praktiken unterstützt. Nur bestreite ich, dass es, auch aus Sicht
der betreffenden Person, einen vernünftigen Grund gibt, die eigene
Dissertation der Öffentlichkeit vorzuenthalten.
Einer öffentliche Kritik der Arbeit kann gegebenfalls mit einer
öffentlichen Verteidigung entgegengetreten werden. Wenn die Arbeit
aber nicht zugänglich ist, kann jeder wild darüber spekulieren, dass
sie versteckt werden musste, weil sie so grottenschlecht ist.

Ich finde es auch unsinnig, wieviel Wert in Deutschland im alltäglichen
Umgang auf die “Dr.” Markierung gelegt wird, wobei dies in Österreich und
auch in Tschechien noch viel ausgeprägter ist. Dort werden z.B. auch
Diplom- und Magister auf Wahlplakaten und im Schriftverkehr gebraucht.


Hadmut Danisch
19.8.2010 18:24
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@Saskia Schwartz:

Das halte ich jetzt teils für etwas zu weit hergeholt. Daß sich jemand mal auf einen Namen festlegt und dabei bleibt, auch wenn’s der angeheiratete und wieder geschiedene ist, halte ich für inzwischen normal und überhaupt nicht verdächtig. Daß Frauen ihren Namen mehrfach wechseln war in der Zeit problemlos, als Frauen im wesentlichen Hausfrau waren. Aber wenn man berufstätig ist, will man schon irgendwann seinen Namen behalten. Da hab ich volles Verständnis für.

Allerdings ist mir Merkels seltsame Art zu reden auch schon (unangenehm) aufgefallen. Das sind so schlechte Wissenschaftler- und Politikerangewohnheiten um Unterbrechungen und Widerspruch zu vermeiden, indem man das „gegnerische Gehirn” durch gezielt antrainierte falsche Sprachmelodie in die Irre führt und schon beim nächsten Satz ist, bevor der andere einhaken kann. Typisches Stilmittel unschöner Rhetorik (gehört zur dunkeln Seite der Macht). Man merkt das z. B. auch bei manchen Politikern, die die Redepausen nicht am Ende des Satzes sondern mittendrin machen und am Satzende sofort mit dem nächsten beginnen, um die Gegenrede oder Unterbrechung zu erschweren.


quarc
24.8.2010 16:57
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@Hadmut: an Merkels Sprachmelodie ist mir nocht nichts besonderes
aufgefallen, aber ich glaube nicht, dass sie sich das extra antrainiert
hat, um Gesprächspartner zu verwirren. Vielleicht spricht sie einfach
Ostdeutsch? Oder ich bin einfach zu unsensibel, weil ich beim Unterbrechen
nicht groß auf die Sprachmelodie des Gegenübers Rücksicht nehme, sondern
ein Zustimmungs-“mmhmhmh” einfach solange in der Lautstärke steigere, bis
ich ungehindert übernehmen kann.

P.S.: hier (CZ) verwenden sie übrigens nicht nur den “Mgr.” sondern
auch den “Bc.” im Schriftverkehr. Wahrscheinlich auch ein Überbleibsen
aus der K.u.K. Zeit.


Halte gerade die Dissertation der Kanzlerin in Händen: 153 S. in Maschinenschrift (Fernleihe von Uni Regensburg).

Ganz am Ende der Dissertation (Anhang) findet sich folgende (sehr lakonische) Danksagung:
“Herrn Prof. Zülicke danke ich für die Auswahl der Thematik, die Betreuung dieser Arbeit sowie zahlreiche konstruktive Hinweise.
Frau Dr. I. Börger und Herrn Dr. H.-D. Klotz bin ich für vielfältige Diskussionen und Anregungen zu Dank verpflichet.
Herrn Dr. J. Sauer (!!!) danke ich für die kritische Durchsicht des Manuskripts.”

Auf der Titelseite:
“UNTERSUCHUNG DES MECHANISMUS VON ZERFALLSREAKTIONEN MIT EINFACHEM BINDUNGSBRUCH UND BERECHNUNG IHRER GESCHWINDIGKEITSKONSTANTEN AUF DER GRUNDLAGE QUANTENCHEMISCHER UND STATISTISCHER METHODEN”
Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor eines Wissenschaftszweiges (Dr. rer. nat.)

Diplom-Physikerin Angela Merkel geboren am 17.7.1954

eingereicht bei der Akademie der Wissenschaften der DDR Forschungsbereich Chemie
Zentralinstitut für physikalische Chemie

Berlin, den 8.1.1986

Anm. S.S. “Diplom-Physikerin” trotz der thematisch eindeutig in den Forschungsbereich der Chemie einzuordnenden Diplomarbeit.


Hadmut Danisch
25.8.2010 17:12
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Kann man die einscannen?


Einscannen und übers Internet ist wahrscheinlich nicht legal. Ich könnte vielleicht eine Printversion anfertigen und Ihnen per Post zuschicken. Dann bräuchte ich aber Ihre Postadresse. Andere Möglichkeit: Ich werde die Arbeit bald zurückgeben und Sie können Sie über Fernleihe (Uni Regensburg) bestellen.

Die Dissertation beschäftigt bis ca. S. 60 (fast die Hälfte der Arbeit) mit theoretischen Grundlagen (referiert also sehr breit den damaligen Stand der Wissenschaft). Daran schließen sich ca. 70 Seiten “eigene Berechnungen” an und 11 Seiten (145 Titel) Literaturverzeichnis und ein Resümée von 7 Seiten unter der Überschrift “zusammenfassende Thesen” Die wissenschaftliche Eigenarbeit ist auf den ersten Blick nicht so leicht erkennbar. Vielleicht dann auf den zweiten und dritten Blick. Die Arbeit ist insgesamt eher “semi-empirisch”.


Rahul
25.8.2010 23:54
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Das mit dem Dipl.-Phys und der thematischen Einordnung würde ich definitiv nicht überbewerten. Wenn ich mein Chemie-Diplom an einem Physik-Institut abgeschlossen hätte, wäre ich dennoch Diplom-Chemiker.
Diplomarbeit ist ja nur 1/10 des Studiums.

Zudem ist Quantenchemie ein geistiges Produkt, das größtenteils von Physikern entwickelt wurde und immer noch betrieben und weiterentwickelt wird. Nur max 20%(eher weniger) der Chemiker verstehen überhaupt, was da abgeht, die meisten Chemiker kochen doch im Labor…


Rahul
26.8.2010 0:05
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Semiemprik ist übrigens ein Teilgebiet der Quantenchemie,
das halt neben der quantenchemischen Theorie empirische Parameter in die Rechnung einfließen läßt, um bestimme Integrale vernachlässigen zu können. Das macht den Rechenaufwand um einiges geringer…

Ich hab mit einem semiempirischen Programm während meiner Diplomarbeit und meiner kurzen Doktorandenzeit rechnen dürfen. Letzlich war mir die Wahl der Parameter zu willkürlich und mit ein Grund meines Abbruchs ( ich hab die Wissenschaft nicht darin gesehen). Semiempirik wird nicht mehr viel gemacht, aber Dichtefunktionaltheorie ist die neue Semiempirik
und da sind auch eine Menge Parameter drin.

Aber zu der Zeit, als Frau Merkel die Diss gemacht hat, war Semiempirik bestimmt “state of the art”, weil es keine stärkeren Rechner gab.


Klar, die Grenzen zwischen Physik und Chemie sind natürlich fließend. Wahrscheinlich hatte man in der DDR für naturwissenschaftliche Lehrstühle auch eine andere Einteilung als bei uns. In K’he und FR und vielleicht auch an anderen West-Unis war/ist die physikalische Chemie am Lehrstuhl Chemie angesiedelt.

Interessanter ist aber die Danksagung und ob hier im Westen irgend jemand Prof. Zülicke, Frau Dr. I. Börger oder Herrn Dr. H.-D. Klotz kennt.
Herrn Dr. Joachim Sauer kennt man natürlich. Mit ihm ist Angela Merkel seit 1998 verheiratet. So entnimmt man der Danksagung, dass Dr. Sauer damals (1985/1986) die kritische Durchsicht von Merkels Dissertation übernommen hat und das lässt also vermuten, dass Joachim schon damals eine wichtige “Stütze” für Angela war.


Hadmut Danisch
26.8.2010 10:03
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Aber was sagt das schon?


Eines sollte man fairerweise Merkel lassen: Im Gegensatz zu gewissen anderen Politikern hat sie ihren Dr.-Titel wenigstens formell korrekt erworben.

Ob hier allerdings der wissenschaftliche Fortschritt oder eine mögliche Linientreue zum Staatssystem der DDR zum Erwerb der Promotion geführt hat, mögen sowohl unbefangene Pysiker und Chemiker anhand des Inhalts ihrer Promotion und des damaligen Standes der Wissenschaft als auch Bekannte und Kommilitonen anhand ihres politischen Engagements in der DDR beurteilen.

In wieweit Merkels heutiger Ehemann, Herr Dr. Sauer, den sie in ihrer Danksagung so nett bedacht hat, damals nur an der Durchsicht der Arbeit beteiligt war oder evtl. auch einen aktiveren geistigen Beitrag geleistet hat, mag hier einmal dahingestellt bleiben.
Honi soit, qui mal y pense (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt)!